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Ausgrabungen in Israel – Prähistorische Stätte gefunden

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Forscher haben in Israel eine prähistorische Stätte gefunden. Sie soll rund 500.000 Jahre alt sein.

Israelische Forscher haben bei Ausgrabungen eine große prähistorische Stätte gefunden. In der Nähe von Dschaldschulia nordöstlich von Tel Aviv seien Hunderte von Handäxten aus Feuerstein (Flint) geborgen worden, teilte die israelische Altertumsbehörde mit.

Die „seltene und wichtige Stätte“ sei rund eine halbe Million Jahre alt und etwa einen Hektar groß. Die große Anzahl von Werkzeugen aus Feuerstein biete wichtige Erkenntnisse über das Leben der Frühmenschen während der Altsteinzeit.

Marokko: Wie ein Tal sein Glück fand

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Abdel flieht von Marokko nach Spanien. Die Deutsche Stefanie eröffnet im Hohen Atlas eine Schule, Lahoucine und Christian bauen eine Firma auf. Vier Entscheidungen und eine Antwort auf die Frage: Was hält Marokkaner in diesem Land?

Abdel hat Angst. Vor ihm liegt eine Schifffahrt von 48 Stunden. Rund 300 Kilometer muss das kleine Boot von der afrikanischen Westsaharaküste nach Las Palmas in Gran Canaria zurücklegen. 600 Euro hat er dafür bezahlt. Das Geld hat er sich von seiner Familie ausgeborgt. Anstatt normalerweise 20 Menschen sitzen nur acht in dem kleinen Boot in jenem Frühjahr im Jahr 2002. Auch mit weniger Menschen ist die Fahrt auf dem Atlantik ob des rauen Meeres und der Größe des Boots brandgefährlich. Nach nur einer Stunde möchte er am liebsten wieder umdrehen, seinen Traum von Europa begraben. Abdel, 21 Jahre alt, aus Marokko, kann nicht schwimmen.

Während Abdel sein Land verlässt, zieht es eine Deutsche wenige Monate später dorthin. Stefanie Tapal aus Baden-Württemberg ist noch Studentin, als sie ihren Eltern gegenübersitzt und zu erklären versucht, wie sich ihr Leben in einem halben Jahr vollkommen geändert hat. Die gläubige Protestantin hat sich verliebt. In das Aït-Bougoumez-Tal im Hohen Atlas und in den Reiseleiter Haddou, der sie dorthin gebracht hat. „Wir sind damals nachts angekommen. Es gab kein Wasser und kaum Strom, und dann muss ich noch neben den Kühen aufs Klo gehen. Aber als ich am nächsten Tag das Fenster aufgemacht und das Tal gesehen habe, da hat es einfach zack gemacht. Ich wusste, ich wollte bleiben“, erzählt sie heute. Die Innenarchitekturstudentin, die sich damals wegen eines Praktikums in Marrakesch befindet, beschließt auch, zum Islam zu konvertieren. „Nicht wegen Haddou, sondern wegen meiner Kollegen.“ Die hätten ihr alle Fragen beantworten und Vorurteile zum Islam widerlegen können, ohne zu missionieren. Danach sei sie immer aufgewühlt gewesen. „Weil die Antworten immer das waren, was ich schon geglaubt habe, oder eine Fortsetzung davon.“

Schockierte Eltern. Als sie ihren Eltern ihre Pläne eröffnet, sind diese schockiert, warnen sie vor dem Reiseleiter, der nicht einmal einen richtigen Schulabschluss hat. Aber Stefanie hält an ihrer Entscheidung fest. „Ich konnte nicht anders.“ Sie wird nach der Hochzeit den Berbernamen Itto annehmen.

In Gran Canaria läuft es für Abdel weniger gut. Der groß gewachsene Marokkaner mit den dunklen Haaren und den schokoladenbraunen Augen träumt von seiner Heimat, jenem Aït-Bougoumez-Tal, in das sich Itto verliebt hat. Zu Hause hat er zwölf Geschwister, die Familie hat nicht viel Geld. Doch der Traum von Europa platzt. Es sei schwierig gewesen, einen Job zu finden. Zwei, drei Wochen versucht er, in Spanien Fuß zu fassen, ohne ein Wort Spanisch zu können. Dann gibt er auf, meldet sich bei den Behörden. Die schicken ihn mit dem Flieger zurück. „Ich war so dumm, es war einfach eine blöde Idee“, sagt er. Heute weiß er, er muss sein Land nicht verlassen, um zu Wohlstand zu kommen. „Es gibt hier viel zu tun. Mittlerweile findet man überall in Marokko Arbeit.“

Es ist ein anderes Bild von Marokko als jenes, das man in Europa oft hat. Jenes von einem Land, in dem es keine Chancen gibt. Von jungen Männern, die entwurzelt, mit wenig Bildung und frei von irgendeinem Familienverband in die Kriminalität abrutschen.

Denn das Land hat trotz der vergangenen Unruhen im Norden seit zehn Jahren ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von rund vier Prozent. König Mohammed VI. modernisiert das Land moderat, investiert in Infrastruktur und Straßen, die auch ländliche Gegenden anbinden sollen. Dennoch ist ein Viertel der Jugendlichen arbeitslos. „Das Problem ist, dass die Jungen oft zu Hause bleiben und nicht woanders im Land suchen. Dann sagen sie: Es gibt nichts. Aber es gibt viele Projekte, man muss nur suchen“, sagt Abdel. Und Chancen ergreifen.

Als das erste ihrer Kinder schulpflichtig wird, weiß Itto, sie muss die Schulbildung selbst in die Hand nehmen. Denn auch wenn das Land arabisiert ist, sprechen noch immer viele Menschen ausschließlich die Berbersprache Tamazight – wie die Menschen im Aït-Bougoumez-Tal, das übrigens den Beinamen „glückliches Tal“ führt. Das hat zur Folge, dass viele Kinder, wenn sie in die Schule kommen, zuerst zwei neue Sprachen (Französisch und Arabisch) lernen müssen – und daran scheitern. Viele brechen daher vorzeitig die Schule ab. Auch ihre Kinder sprechen nur Deutsch und Tamazight, Hausunterricht ist für Itto ausgeschlossen, außerdem will sie den Menschen im Tal, die sie so freundlich aufgenommen haben, etwas zurückgeben. Sie gründet 2009 eine Schule.

Eine Schule im Tal. Mitten zwischen Lehmhütten und den im Winter weißen Gipfeln des Atlasgebirges steht nun ihre Schule, die École Vivante, die nach modernster (Schweizer) Pädagogik geführt wird. Hier werden die Kinder zwar auch auf Arabisch unterrichtet, aber alles auf Tamazight übersetzt, viel Unterricht findet in der Natur statt; in der hauseigenen Werkstatt werden den Kindern handwerkliche Fähigkeiten wie das Bauen von Schaltkreisen und Tischen beigebracht. Die Gänge sind mit bunten Zeichnungen der 49 Schüler voll, die springen lebhaft durch das Schulgelände. In der Küche tummeln sich die Mütter der Kinder, weil sie immer wieder in der Schule mithelfen. 90 Prozent der Frauen im Tal sind Analphabeten, schätzt Itto. Weswegen auch mit den Eltern gearbeitet wird. Die mussten sich zuerst an die Schule gewöhnen, an die offene Pädagogik, die im Gegensatz zur marokkanischen Rohrstäbchen-auswendig-lernen-Pädagogik steht, wie sie noch immer viel praktiziert wird. Seit alle Schüler den staatlichen Abschluss der Grundschule mit Bravour geschafft haben, sei aber Schluss mit vielen Vorurteilen.

Dafür gibt es nun erstmals eine Sekundarstufe. Im Mai wurde der neue Schulbau eröffnet, der auch ein Veranstaltungsraum für das Tal sein soll. „Hier gibt es nichts außer Natur“, sagt Itto. Deswegen bietet sie im großen Veranstaltungssaal Alphabetisierungs-, Englisch-, auch Deutschkurse an. Vor Kurzem haben Frauen mit ihrer Hilfe ein Filzkooperative gegründet.

In einem nächsten Schritt träumt sie davon, eine Art Jugendhaus mit Tüftelwerkstatt einzuführen, in der junge Männer handwerkliche Fähigkeiten erlernen. Denn im Tal gibt es bis auf die Landwirtschaft noch immer wenig Jobs, aber Möglichkeiten. „Es gibt Handwerker hier, aber die pfuschen.“ Wer ein Handwerk hier richtig lerne, könne seinen Teil zum Leben im Tal und gegen die Abwanderung in die Städte oder gar nach Europa beitragen.

Ibrahims Weg. Während sie erzählt, steht Ibrahim, einer der 20-jährigen Dorfbewohner, vor der Tür. Er wäre gern in die Schule gegangen, ist aber schon zu alt. Seine Karriere ist die eines typischen Dorfjungen. Mit 16 hat er die Schule abgebrochen, nachdem er zweimal die gleiche Klasse wiederholt hat. Mittlerweile arbeitet er als Tagelöhner, so wie seine Eltern. Ibrahim ist ein durchtrainierter junger Mann mit goldbraunen Augen, westlich gekleidet mit Pullover, Kapperl, Sportschuhen und einer großen Uhr. Er möchte eines Tages nach Europa gehen, das er sich „wie ein Paradies“ vorstellt.

„Das Problem ist, dass die Jungen nicht mehr zurückkönnen. Weil Freunde und Eltern erwarten, dass sie Erfolg haben. Wenn sie zurückkehren, ist es eine Schande für die Familie. Zum Glück ist es mittlerweile schon bekannter, dass es in Europa nicht leicht ist“, sagt Abdel. Er hat seine Entscheidung zurückzukehren nie bereut. Hat danach die schwierige Bergführerausbildung absolviert, seine Geschichte erzählt er nun in fließendem Deutsch. Abdel hat den Aufstieg geschafft.

Eine Firma hilft. Dass das möglich ist, hat er auch seinem Tal-Kollegen Lahoucine Taha und dem Österreicher Christian Hlade zu verdanken. Der Marokkaner und der Grazer haben sich Anfang der 2000er-Jahre zusammengetan und kooperieren seither mit ihren beiden Reiseagenturen Weltweitwandern und Amalou bei Marokko-Reisen, die vor allem Österreichern das Land und seine Bräuche näherbringt. Beide Unternehmen laufen mittlerweile erfolgreich – über das Jahr verteilt beschäftigt Taha bis zu 100 Menschen im Tal. Abdel zählt zu seinen Bergführern.

Christian Hlade und sein eigens für Sozialprojekte gegründeter Verein Weltweitwandern Wirkt waren es auch, die den Zubau der École-Vivante-Schule finanziert haben. Viele Spenden kamen über die Reisenden. „Gut gemachter Tourismus kann ganz viel Positives beitragen, weil so eine Beziehung zum Land entsteht. Wenn man Projekte anbietet, die seriös und sinnvoll sind, da gibt es eine unheimliche Energie, etwas beizutragen“, sagt er. Hlade arbeitet fast ausschließlich mit lokalen Partnern für seine Wanderreisen zusammen. Er investiert in deren Fortbildung und fördert den Austausch untereinander. Ausfinanziert ist die Schule in Marokko aber noch lang nicht. Für 2018 fehlen noch 30.000 Euro für laufende Kosten.

Zur Eröffnung des Schulanbaus treffen sie im Mai 2017 alle aufeinander. Bergführer Lahoucine Taha, Itto Tapal-Mouzoun, Christian Hlade und Abdel. Auch Ittos Eltern sind bei der Eröffnung vor Ort, die haben ihren Schwiegersohn schon längst ins Herz geschlossen, freuen sich über die Enkelkinder, sind stolz auf das, was ihre Tochter geleistet hat.

Und Abdel? Der erinnert sich nur ungern an sein Fluchtabenteuer, ist mittlerweile verheiratet, hat ein Kind. 2010 ist er zum ersten Mal nach Europa zurückgekehrt. Dieses Mal auf Urlaub. Seither weiß er: Nicht alle der Marokkaner, die er kennt, haben das erhoffte Glück gefunden. „Für manche Menschen ist es eine Katastrophe. Die Familie ist nicht da, sie sind arbeitslos.“ Für ihn, sagt er, wäre Europa nichts gewesen. „Ich kann nicht mein ganzes Leben lang ein Ausländer sein.“

Hinweis
Die Autorin wurde von Weltweitwandern auf die Reise eingeladen.

Nach Flugverbot: Emirates darf wieder in Tunesien landen

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Rund zehn Tage flog Emirates nicht zwischen Tunis und Dubai – Auslöser war ein Streit über den Transport tunesischer Frauen. Nun ist offenbar eine Einigung erzielt worden.

Nach dem Ende eines Streits über die Beförderung von Frauen hat Tunesien der Fluggesellschaft Emirates wieder Flüge in das nordafrikanische Land erlaubt. Emirates habe zuvor die Maßnahmen gegen tunesische Frauen aufgehoben, teilte das tunesische Transportministerium mit. Mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sei eine Einigung erzielt worden, dass sich die Nationalfluglinie an internationale Gesetze halte.

Tunesien hatte der Fluglinie Ende Dezember die Landeerlaubnis entzogen. Die Airline hatte mehrere Tunesierinnen in den Tagen zuvor ohne Angabe von Gründen nicht an Bord gelassen. Hintergrund war ein Streit zwischen Tunesien und den VAE über Sicherheitsrisiken, die von tunesischen Frauen ausgehen sollen.

Medien zufolge hatten einige Länder davor gewarnt, dass tunesische Frauen oder Frauen mit tunesischen Pässen aus Syrien und dem Irak zurückgekehrt seien. Sie hätten dort aufseiten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gekämpft und stellten ein Sicherheitsrisiko dar, hieß es.

In Spanien sind Tiere jetzt «Lebewesen» – was heisst das für den Stierkampf?

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Madrid verabschiedet ein neues Tierschutzgesetz. Geht es jetzt auch dem nationalen Heiligtum, dem Stierkampf, an den Kragen?

In Sachen Tierschutz galt Spanien, das Land der Stierkämpfe, bisher eher als europäisches Schlusslicht. Nun gibt es Hoffnung, dass die rechtliche Lage der Tiere im neuen Jahr in dem südeuropäischen Land etwas besser wird: Das nationale Parlament in Madrid brachte eine Gesetzesinitiative auf den Weg, um den Tierschutz zu stärken – erstaunlicherweise einstimmig. Wichtigster Punkt des Vorstosses: Tiere sollen im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht länger als «Gegenstände» wie Möbelstücke, sondern als «Lebewesen» angesehen werden.

Gut für Hunde und Katzen

Ein kleiner Meilenstein im spanischen Königreich, in dem Tierquälerei verbreitet ist und wo die Justiz bei der Verfolgung von Misshandlungen immer noch wegschaut. Auch im Kampf gegen das Aussetzen von Hunden und Katzen könnte der Staat mit der Reform eine neue Waffe in die Hand bekommen. Rund 140 000 Vierbeiner werden in Spanien jedes Jahr von Frauchen oder Herrchen fortgejagt. Spaniens Tierheime sind überfüllt und wissen schon lange nicht mehr wohin mit den vielen aufgegriffenen Geschöpfen.

Blutiges «kulturelles Erbe»

Ob sich aus dieser Gesetzesreform Konsequenzen für den umstrittenen Stierkampf ergeben, wird man abwarten müssen. Bisher galt der Stierkampf, bei dem der Kampfbulle in der Arena vom Torero getötet wird, vielen Spaniern als nationales Heiligtum. Spaniens Parlament schützte sogar 2013, mit der damaligen Mehrheit der Konservativen, das blutige Stiertöten als «nationales kulturelles Erbe». Die linksalternative Partei Podemos fordert nun, dass mit der geplanten Tierschutzreform der Stierkampf auf den Tisch kommen muss.

Wie auch immer diese Debatte ausgeht: Der sich in Spanien abzeichnende Sinneswandel in Sachen Tierschutz gilt als wichtiger Schritt. Die Gesetzesinitiative war von der unabhängigen «Beobachtungsstelle für Tierschutz» angestossen worden, die mit dem Aufruf «Tiere sind keine Gegenstände» mehr als 300 000 Unterschriften für eine Reform des spanischen Zivilgesetzbuches gesammelt hatte.

Die Bitte der Tierschützer wurde also erhöhrt. Im Gesetzentwurf, den Spaniens konservative Volkspartei ins nationale Parlament einbrachte, wird klargestellt, dass die Misshandlung von Tieren nicht erlaubt ist, genauso wenig wie das Aussetzen von Haustieren.

Verbreitetes Problem

Die Tierquälerei ist in Spanien bis heute ein grosses Problem: Im Frühjahr 2017 hatte die Polizei eine Kampfhund-Mafia zerschlagen, die im ganzen Land grausame Wettkämpfe mit Pit Bull Terriern und anderen gefährlichen Hunderassen organisiert hatte. Auf den Kanarischen Inseln werden immer noch ganz legal Hahnenkämpfe organisiert. Die vielen Stierhatzen und Stierkämpfe in Spanien provozieren regelmässig den Protest von Tierschützern.

Viele Fälle von Tiermisshandlungen in Spanien betreffen die Jagdhunde: Es sei immer noch Brauch, dass ausgediente Jagdhunde fortgejagt oder erschossen würden, beklagen Hilfsorganisationen. Jedes Jahr werden nach Schätzungen der Tierschutzgruppe «SOS Galgos» rund 50 000 spanische Windhunde (Galgos), die vor allem zur Jagd benutzt werden, in Spa- nien ausgesetzt.

Türkei-Urlaub: Außenminister ruft Deutsche zur Rückkehr auf

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Streitfall Türkei-Urlaub: Kann man derzeit guten Gewissens in das Land reisen? Natürlich, sagen die einen. Damit würde man schließlich die Menschen unterstützen, die in den Urlaubsregionen vom Tourismus leben. Auf keinen Fall sagen die anderen und verweisen darauf, dass eine gute Wirtschaftslage am Ende auch den hoch umstrittenen Präsidenten Erdogan unterstützten würde.

Mehr als 50 Deutsche in Haft

Nach der Entlassung der deutschen Journalistin Mesale Tolu sitzen derzeit noch mehr als 50 Deutsche in der Türkei in Haft. Zehn von ihnen aus politischen Gründen. Trotzdem hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu jetzt deutsche Touristen zum Türkei-Urlaub aufgerufen.

„Unsere deutschen Freunde“

„Die Türkei ist ein sicheres Land“, so Cavusoglu. „Die Türken betrachten die Deutschen traditionell als gute Freunde“. Und: „Ich möchte unsere deutschen Freunde dazu aufrufen, zurückzukehren und die Urlaube zu genießen, die sie in den vergangenen Jahren genossen haben.“ Politische Differenzen sollten weder Deutsche und Türken davon abhalten, in das jeweils andere Land zu reisen.
Russen nun größte Urlauber-Gruppe

2016 war die Zahl der deutschen Touristen in der Türkei eingebrochen: Kamen in den ersten zehn Monaten 2015 noch 5,1 Millionen Deutsche in die Türkei, so waren es in zwischen Januar und Oktober 2017 nur noch 3,3 Millionen. Bis 2016 stellten Deutsche noch die größte Gruppe an Urlaubern, inzwischen liegen Russen deutlich vorne. Wegen der Festnahme mehrerer Deutscher in der Türkei hatte die Bundesregierung die Reisehinweise im Sommer 2017 deutlich verschärft.

 

Gesetz gegen Atheisten: Ägypten erklärt Nichtgläubige zur Gefahr fürs Land

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A protester opposed to Egypt's President Mohamed Mursi carrying a cross and a Koran chants anti-Mursi slogans in Tahrir Square in Cairo December 1, 2012. Anti-Mursi protesters continued their sit-in in Tahrir Square as tens of thousands of Islamists demonstrated in Cairo on Saturday in support of Mursi, who is racing through a constitution to try to defuse opposition fury over his newly expanded powers. REUTERS/Asmaa Waguih (EGYPT - Tags: POLITICS CIVIL UNREST RELIGION TPX IMAGES OF THE DAY)

Knapp 900 Nichtgläubige soll es in Ägypten geben. Die Regierung betrachtet sie als Gefahr für die ganze Gesellschaft. Mit einer Kampagne heizt Staatschef Sisi nun die Stimmung vor der Präsidentenwahl 2018 an.

Amr Hamroush hat Großes vor: Der Chef des Ausschusses für Religion im ägyptischen Parlament will künftig alle Landsleute bestrafen, die nicht an Gott glauben. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zur „Kriminalisierung des Atheismus“ arbeite er derzeit aus, hat Hamroush verkündet.

„Atheismus muss unter Strafe gestellt werden, weil Atheisten keinen Glauben haben und weil sie die abrahamitischen Religionen beleidigen“, sagt Hamroush. Mit seiner Vorlage reagiere er auf die angebliche Ausbreitung des Atheismus in der ägyptischen Gesellschaft. „Wenn jemand die Religion verlässt, an die er geglaubt hat, bedeutet das eine Verachtung aller Religionen“, argumentiert der Politiker.

Hamroushs Gesetzesinitiative erfolgt zeitgleich mit einer groß angelegten Polizeikampagne gegen Atheisten in Ägypten. In der vergangenen Woche verhafteten die Behörden den Administrator einer Facebook-Seite für Atheisten. Er wird angeklagt, weil er den Koran verzerrt dargestellt und beleidigt haben soll. Zudem nahmen sie den Social-Media-Aktivisten „Khoram“ fest. Die Justiz wirft dem Mann vor, er gehöre der verbotenen Muslimbruderschaft an. Er selbst bezeichnet sich aber als Atheist. Wie ein Ungläubiger gleichzeitig Mitglied einer islamistischen Organisation sein kann – diese Erklärung sind die Ermittler bislang schuldig geblieben.

Das Gesetz öffnet der Willkür Tür und Tor

Viele Parlamentsabgeordnete und Mitglieder der Azhar-Universität, der wichtigsten religiösen Institution Ägyptens, unterstützen sowohl diese Kampagne der Sicherheitskräfte als auch Hamroushs Gesetzesinitiative. „Die Ausbreitung des Atheismus ist Ausdruck von Dekadenz und fehlendem Glauben und bedroht die gesamte Gesellschaft“, sagt der Abgeordnete Mustafa Bakri. „Es ist notwendig, Gesetze zu erlassen, die Bürger davon abhalten, die natürlichen Instinkte des Menschen zu verletzen und jene zu bestrafen, die vom Atheismus verführt werden“, sagt auch Mohamed Zaki, Chef des Obersten Rats für islamische Missionierung an der Azhar-Universität.

Offizielle Angaben zur Zahl der Nichtgläubigen in Ägypten gibt es nicht. Aber die Azhar-Universität bezifferte die Zahl der Atheisten 2014 auf exakt 886 – bei insgesamt fast hundert Millionen Einwohnern. Wie sie auf diesen Wert kamen, erklärten die Verantwortlichen nicht.

Auch ist unklar, wie der ägyptische Staat herausfinden will, ob ein Bürger an Gott glaubt oder nicht. Reicht künftig schon ein laut geäußerter Zweifel an der göttlichen Allmacht? Sollen Muslime bestraft werden, die im Ramadan nicht fasten? Was passiert mit Christen, die den koptischen Papst kritisieren? Klar scheint nur, dass das geplante Gesetz der Willkür Tür und Tor öffnen würde.

Minderheiten ohne Lobby sind ein leichtes Ziel

Nach außen präsentiert sich Präsident Abdel Fattah el-Sisi als Förderer eines Dialogs zwischen den Religionen und als Unterstützer eines „moderaten Islams“. Doch er nutzt gleichzeitig jede Gelegenheit, um die Emotionen gläubiger Muslime und Christen anzuheizen.

Die Kampagne gegen Atheisten ist deshalb ebenso wie eine im November verkündete Initiative, Homosexualität offiziell unter Strafe zu stellen, vor dem Hintergrund der anstehenden Präsidentenwahlen im Frühjahr 2018 zu sehen. Das Regime fürchtet mangels glaubwürdiger Gegenkandidaten eine niedrige Wahlbeteiligung – das könnte im Ausland Zweifel an der Legitimation Sisis aufkommen lassen. Deshalb unternimmt man nun den Versuch, jede Stimme für Sisi als Stimme gegen Atheismus und Homosexualität darzustellen und die Menschen so an die Urnen zu bekommen.

Kleine Minderheiten ohne Lobby – Atheisten, Schwule, Lesben – sind für die Regierung ein leichtes Ziel. Indem das Regime sie als Gefahr für das Wohlergehen des Landes hinstellt, kann der Staat gleichzeitig von seinem Versagen in anderen Politikbereichen – etwa der Terrorbekämpfung oder der wirtschaftlichen Entwicklung ablenken. Bislang scheint der Plan aufzugehen, der Umgang mit den Ungläubigen wird in den Medien breit diskutiert.

Kroatien: Flughafen Dubrovnik baut aus

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Die Arbeiten an Piste und Rollbahnen haben schon begonnen: Der kroatische Flughafen Dubrovnik wird für rund 115 Millionen Euro überholt und erweitert.

Der Flughafen Dubrovnik plant, seine Kapazität auf fast 4 Millionen Passagiere pro Jahr zu erhöhen. Im laufenden Jahr werden rund 2,3 Millionen erwartet. Den kräftigen Anstieg will der Airport mit einem Aus- und Umbau möglich machen, der gerade in die zweite Phase gestartet ist, wie das Fachportal Ex-Yu Aviation News berichtet.

Demnach haben vergangene Woche Arbeiten begonnen, um die Piste und die Rollwege zu überholen. Die Start- und Landebahn sei daher vorübergehend auf 1500 Meter verkürzt. Weiterhin sollen zwei neue Rollwege, zwei neue Vorfeldbereiche und zusätzliche Wartungsgebäude entstehen. Das westliche Vorfeld soll außerdem erweitert werden.
Neue Airlines, größere Kapazitäten

Zum dem Projekt, das mit 115,2 Millionen Euro veranschlagt ist und bis 2020 abgeschlossen sein soll, gehören unter anderem auch ein neues Parkhaus, ein neuer Treibstofftank, ein unterirdisch verlegtes Betankungssystem und eine Solaranlage.

In der ersten Phase der Erweiterung hatte der Flughafen ein neues Terminal C errichtet und in Betrieb genommen. Nun plant der Airport mit steigender Nachfrage. «Zurzeit hat der Flughafen Dubrovnik Verträge mit über 70 Airlines», sagte Geschäftsführer Roko Tolić. «Im nächsten Jahr gehen wir einen Schritt weiter. Wir werden neue Fluggesellschaften begrüßen.» Außerdem würden die großen Airlines aus Großbritannien ihre Kapazität um rund 30 Prozent steigern, die aus Skandinavien um cira 20 Prozent, sagte Tolić.

Weihnachtsmann starb bei Schulaufführung in Italien

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Ein als Weihnachtsmann verkleideter Mann ist bei einer Schulaufführung in Italien gestorben. Der 45-Jährige sei auf der Bühne zusammengebrochen, als er den Kindern der Mittelschule gerade Geschenke überreicht habe, berichtete die Schule im süditalienischen Agropoli am Freitag. „Es ist schrecklich, es war alles sehr überraschend.“

Retter hätten noch versucht, den Mann zu reanimieren, doch vergeblich. Die Ursache für den Zusammenbruch wurde nicht bekannt.

Starker Schneefall in Griechenland

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Starke Schneefälle haben weite Teile Nord- und Mittelgriechenlands in eine Winterlandschaft verwandelt – ein Mensch ist gestorben. Das Staatsfernsehen ERT berichtete, im Norden der Halbinsel Peloponnes sei eine 80 Jahre alte Frau tot unter dem Schnee in der Nähe ihres Hauses gefunden worden. Sie sei in der Nacht gestolpert, habe nicht mehr aufstehen können, und sei „allen Anzeichen nach erfroren“, sagte ein Polizist im Staatsradio. Bei Sturm ist auch ein Kleinfrachter nahe der Insel Mykonos auf Grund gelaufen. Die Küstenwache konnte alle Besatzungsmitglieder retten.

Türkei will Botschaft nach Ost-Jerusalem verlegen

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Seitdem US-Präsident Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat und die US-Botschaft dorthin verlegen will, ist Feuer im Nahost-Konflikt. Auf die Seite der Palästinenser schlägt sich die Türkei: Präsident Erdogan plant ebenfalls einen Botschaftsumzug.

Die türkische Regierung will die Botschaft des Landes nach Ost-Jerusalem verlegen. Das hat Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen seiner Regierungspartei AKP angekündigt. Er nannte dabei aber keinen Zeitpunkt. Erdogan sagte, „der Tag sei nahe, an dem wir offiziell, so Gott will, unsere Botschaft dort eröffnen“.

Erdogan reagiert damit auf die umstrittene Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und auch die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen. Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Die Palästinenser wollen in Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines unabhängigen Staates ausrufen.

Kein Treffen mit US-Vermittlern

Erdogan hatte jüngst angekündigt, vor die Vereinten Nationen zu ziehen, um diese Entscheidung der USA „annullieren“ zu lassen. Ein von Erdogan einberufener Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) in Istanbul alle Länder dazu aufgerufen, Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines Palästinenserstaates anzuerkennen.

Die Palästinenser sind nach der US-Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt nicht mehr zu Treffen mit US-Vermittlern bereit. Ein Berater des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas sagte der „Times of Israel“, der zeitlich nicht begrenzte Boykott betreffe auch den US-Gesandten Jason Greenblatt und den Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, Jared Kushner.